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Neues Jahr – und neuer Schwung bei ELK

Jede Menge neuen Schwung bringt das neue Jahr bei Fertighaus-Marktführer ELK: In der Geschäftsführung wird Gerhard Schuller nun um Ewald Zadrazil und Thomas Scheriau ergänzt, in Graz und Schrems werden neue Kundencenter eröffnet – und auch innerhalb der Belegschaft ist gerade ein Veränderungs-Prozess im Gang.

Letzteres ist für die derzeit fast 1.100 Mitarbeiter – davon gut zwei Drittel in Schrems – aktuell wohl am relevantesten, zumal dazu wilde Gerüchte im Umlauf sind. Von Änderungs-Kündigungen für 250 Arbeiter im Bereich Montage, Innenausbau, Kundendienst und Heizungsbau ist in einem anonymen Schreiben an die NÖN die Rede, genauso vom Abzug von Teilen der Produktion nach Tschechien. Wer neue Betriebs-Vereinbarungen nicht unterschreibe, der erhalte die Kündigung per Monatsende.

„Spätestens ab April muss die Bude voll sein – wir haben volle Auftragsbücher!“ Finanz-Geschäftsführer Gerhard Schuller
Die Darstellung der drohenden Kündigungswelle weisen Arbeiterkammer und Arbeiter-Betriebsrätin Doris Miksch zurück, aber klar auch Geschäftsführer Schuller. Das Gegenteil sei der Fall, betont er: „Wir brauchen Montage-Kapazität, suchen Mitarbeiter, statt sie zu verjagen!“ Dafür sei das Budget für heuer um eine halbe Million Euro angehoben worden. Wie hinter fast jedem Gerücht verbirgt sich aber auch hinter diesem ein Fünkchen Wahrheit: Die Dienstverträge wurden in Verhandlungen mit Arbeitnehmer-Vertretern von den bisher drei eigenen Systemen der in Schrems gefertigten Marken ELK, Zenker und Hanlo zusammengeführt – und das Prämiensystem um die Aspekte Qualität und Kundenzufriedenheit erweitert.

Qualität soll im Börsel spürbar werden
Er sei, so Gerhard Schuller, von der geleisteten Arbeit der Belegschaft überzeugt, künftig solle sich der Faktor Qualität aber auch direkt in der Abrechnung eines Mitarbeiters niederschlagen. „Niemand stellt es sich dadurch schlechter“, betont er, der Basisverdienst liege zudem weiter deutlich über dem Kollektivvertrag.

Und, zur kolportierten Produktions-Verlagerung: Wurden die Balkone für Häuser aus der Einzelfertigung im tschechischen Planá bisher in Schrems erzeugt, dann nach Planá überstellt und schließlich gemeinsam ausgeliefert, so werden diese laut Schuller künftig direkt im tschechischen Werk gefertigt. Das sei nicht nur sinnvoller, sondern schaffe in Schrems wichtige neue Kapazitäten: Wo hier bisher Balkone gefertigt wurden, dort sollen heuer vier Millionen Euro in eine neue Produktions-Anlage fließen.

Serienweise Freistellungen von Mitarbeitern könnte sich ELK gar nicht leisten. Spätestens bis zum Start der Hochsaison im April müsse, so Finanz-Chef Schuller, „die Bude voll sein – wir haben volle Auftragsbücher für 2018!“ Das führt er auch auf ein kräftiges Wachstum im Bauträger-Geschäft – die geplante Siedlung beim Gmünder Harabruckteich und ein Dutzend weitere vergleichbare Projekte – sowie auf Zuwächse am (vor allem süd-) deutschen Markt zurück. Für Letzteren wurde 2017 wie berichtet die Vertriebsstruktur verdichtet.

Für die Offensive in Österreich und Deutschland hat Eigentümer Matthias Calice auch die Geschäftsführung breiter aufgestellt. Gerhard Schuller, ab der ELK-Übernahme Mitte 2016 Alleingeschäftsführer, kann sich künftig auf die Finanzen und das Bauträger-Geschäft konzentrieren. Gleichberechtigt steht ihm Ewald Zadrazil zur Seite, der im August 2017 wie berichtet die Bereiche Vertrieb & Marketing übernommen hat und diese nun als Geschäftsführer für Österreich und Deutschland verantwortet. Neu in der Geschäftsführung ist zudem Thomas Scheriau, der bereits fünf Jahre lang ELK-Luft geatmet hat und zuletzt Leiter für das operative Geschäft in der österreichischen Produktion des Baustoffkonzerns swisspor war.

Der 33-Jährige verantwortet bei ELK nun die Bereiche Produktion, Montage, Kundenmanagement und IT – er soll auch die Digitalisierung der Wertschöpfungskette im Konzern vorantreiben. Kunden will er, so Scheriau, künftig „vollkommene Online-Transparenz von der Bestellung bis zur Lieferung des Hauses“ bieten.

Das neue „Leadership-Team“ habe sich, so Eigentümer Calice, 2017 mit dem besten Ergebnis eines vierten Quartals seit neun Jahren für die Dreierspitze empfohlen. Der deutsche Markt sei wesentlich größer als jener in Österreich und liege erst bei einer Fertighaus-Quote von 20 Prozent (Österreich: 32 Prozent), sieht Zadrazil noch reichlich Potenzial im Nachbarland: „Mein vorrangiges Ziel ist es, unseren Marktanteil hier bis 2020 von 0,7 auf 2,1 Prozent zu erhöhen – das entspricht 250 zusätzlich verkauften Häusern!“